Migration – Mobilität – Verwurzelung. Jüdische Siedlungsgeschichte in Schwaben

Konf: Migration – Mobilität – Verwurzelung Jüdische Siedlungsgeschichte in Schwaben

Veranstalter
Arbeitskreis Jüdisches Schwaben (AKJS), Universität Tübingen; Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Fachbereich Geschichte
Veranstaltungsort
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim
Gefördert durch
Förderverein des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen e.V.
PLZ
70599
Ort
Stuttgart
Land
Deutschland
Findet statt
In Präsenz
Vom - Bis
13.06.2024 - 14.06.2024
Deadline
30.05.2024
Von
Johannes Kuber, Fachbereich Geschichte, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Die Tagung des Arbeitskreises Jüdisches Schwaben (AKJS) setzt inhaltliche und methodische Impulse für eine neue bzw. vertiefte Beschäftigung mit der jüdischen Siedlungsgeschichte im südwestdeutschen Raum seit dem ausgehenden Mittelalter. Unter dem Motto „Wissenschaft trifft Praxis” diskutieren Interessierte aus Universitäten, Gedenkstätten, Museen und Archiven über die Koexistenz von Christen und Juden sowie das Verhältnis von Migration, Mobilität und Verwurzelung.

Konf: Migration – Mobilität – Verwurzelung Jüdische Siedlungsgeschichte in Schwaben

Für den südwestdeutschen Raum gibt es zahlreiche Lokalstudien zur jüdischen Geschichte, aber noch keine Untersuchung, die sich umfassend der jüdischen Siedlungsgeschichte in diesem Raum seit dem Ausgang des Mittelalters widmet. Diese Tagung will einen Anstoß dazu geben, diese Lücke zu schließen.

Besonders eklatant zeigt sich die Leerstelle in der kartographischen Darstellung. Zudem verdecken heute die meisten Studien, die sich schwerpunktmäßig mit der nachemanzipatorischen jüdischen Lokalgeschichte befassen, das Siedlungsbild der Vormoderne. Doch dessen spezifische Asymmetrie bietet nicht zuletzt die Möglichkeit, die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Koexistenz von Christen und Juden produktiv zu vergleichen und nach dem Verhältnis von Migration, Mobilität und Verwurzelung zu fragen. Die Tagung will deshalb Impulse für eine neue bzw. vertiefte Beschäftigung mit der regionalen jüdischen Siedlungsgeschichte setzen und methodologischen Input wie inhaltliche Anregungen geben.

Unter dem Motto „Wissenschaft trifft Praxis“ wendet sich die Tagung explizit auch an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Gedenkstätten, Museen und Archiven. Auch Studierende sind willkommen. Neben einführenden Überblicksdarstellungen, methodischen Überlegungen und exemplarischen Regionalstudien bietet ein Workshop die Möglichkeit, noch weitgehend unbekannte Quellen zur schwäbischen Siedlungsgeschichte kennenzulernen und an ausgesuchten Archivalien Fragestellungen und Methoden zu erproben.

Arbeitskreis Jüdisches Schwaben (AKJS)
Der Arbeitskreis Jüdisches Schwaben wurde 2019 am Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen als Forum des interdisziplinären Austauschs, der Vernetzung und epochenübergreifenden Verknüpfung der Landes- und Regionalgeschichte mit der jüdischen Geschichte ins Leben gerufen. Neben der Diskussion laufender Forschungsarbeiten ist ein wichtiges Anliegen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Verknüpfung von akademischer Forschung mit der anwendungsbezogenen Forschung der Gedenkstätten.

Mehr dazu unter https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/geschichtswissenschaft/seminareinstitute/geschichtliche-landeskunde-und-historische-hilfswissenschaften/forschung/arbeitsgemeinschaften-und-arbeitskreise/ak-juedisches-schwaben-1/.

Tagungsleitung
Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Universität Tübingen
Prof. Dr. Sigrid Hirbodian, Universität Tübingen
Dr. des. Johannes Kuber, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Tagungskosten
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 150,00 €
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 135,50 €
- ohne Übernachtung und Frühstück 101,00 €
Ermäßigt
- ermäßigt inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 101,00 €
- ermäßigt ohne Übernachtung und Frühstück 66,50 €

Anmeldung
Anmeldung unter https://www.akademie-rs.de/vakt_25146 bis 30.05.2024.

Programm

Donnerstag, 13. Juni 2024

10:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Prof. Dr. Sigrid Hirbodian, Dr. des. Johannes Kuber

Rahmenbedingungen

10:30 Uhr
Jüdische Siedlungsmuster in der Frühen Neuzeit. Bilder von Restriktionen und Resilienz
Dr. Rotraud Ries (Herford)

11:30 Uhr
Mobilität und Kontinuität. Formen jüdischer Ansiedlungen im frühneuzeitlichen Schwaben (1500–1806)
Dr. Stefan Lang (Göppingen)

12:30 Uhr
Mittagessen

Regionale Beispiele

14:00 Uhr
Siedlungspolitik zwischen Handel und Gericht. Simon von Günzburg und sein familienökonomisches Handeln
Tobias Stampfer (Eichstätt)

15:00 Uhr
Jebenhausen 1777–1806. Jüdische Alltagsgeschichte in einem Reichsritterdorf
PD Dr. Daniel Menning (Tübingen)

16:00 Uhr
Kaffee und Kuchen

16:30 Uhr
Neue Quellen, neue Erkenntnisse. Zum Beginn und zum Ende der jüdischen Gemeinde in Wankheim (1774–1882)
Prof. Dr. Wilfried Setzler (Tübingen)

17:30 Uhr
Judenorte in Altwürttemberg im 18. Jahrhundert. Einblicke in das Zusammenleben von Christen und Juden und damit verbundene Konflikte
Prof. Dr. Martin H. Jung (Osnabrück)

18:30 Uhr
Abendessen

Austausch in der Denkbar

Freitag, 14. Juni 2024

08:00 Uhr
Frühstück

09:00 Uhr
Mobilität, Migration, Verwurzelung im Spiegel der Quellen: Hands-on-Workshop zur jüdischen Siedlungsgeschichte
In kleinen Arbeitsgruppen erarbeiten wir politische, wirtschaftliche und biographische Facetten jüdischer Siedlungsgeschichte anhand von Schutzbriefen, Verhörprotokollen, Eingaben und anderen zeitgenössischen Quellen.
Dr. Andreas Weber (Landesarchiv Baden-Württemberg) & Manuel Mozer (Gemeindearchiv Kusterdingen)

flexible Kaffeepause

12:00 Uhr
Ergebnispräsentation

12:30 Uhr
Mittagessen

Visualisierung und Materialität

13:30 Uhr
Jüdische Topografien im dörflichen und kleinstädtischen Mikrokosmos
Marc Ryszkowski (Bamberg)

14:30 Uhr
Bayerns jüdische Siedlungen in der Frühen Neuzeit. Das digitale Karten- und Datenbankprojekt an der KU Eichstätt-Ingolstadt
Oliver Sowa (München)

15:30 Uhr
Kaffee und Kuchen

16:00 Uhr
Mobilität, Migration und Verwurzelung im Spiegel materieller Kultur
Prof. Dr. Benigna Schönhagen (Tübingen)

17:00 Uhr
Schlussdiskussion

17:30 Uhr
Ende der Tagung

Kontakt

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Fachbereich Geschichte
Assistenz: Simone Storck
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640 752
E-Mail: storck@akademie-rs.de

https://www.akademie-rs.de/vakt_25146